Logopädische Praxis Alexandra Sörgel

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Aphasie

Aphasien sind Sprachstörungen, die vorwiegend im Erwachsenenalter als Folge von Schädigungen des Gehirns auftreten. Die häufigste Ursache sind Schlaganfälle. Schweregrad und Symptomatik der Aphasien sind nicht einheitlich; es lassen sich 4 Standardaphasiesyndrome unterscheiden: globale-, Broca-, Wernicke- und amnestische Aphasie. Die Prognose ist im Einzelfall sehr unterschiedlich; als wichtigste Faktoren gelten Art und Schweregrad der Aphasie, Ausmaß der Verbesserungen in der Frühphase und Dauer der Aphasie. In der Regel kann das sprachliche Niveau, wie es vor der Erkrankung vorgelegen hat, nicht wieder erreicht werden. Zu Beginn der logopädischen Therapie wird eine umfassende Diagnostik durchgeführt, in der die individuelle Ausprägung der Aphasie erfasst wird. Mit Hilfe dieser Ergebnisse wird für jeden Patienten ein individueller Behandlungsplan erstellt. Ziel der logopädischen Therapie ist es, die sprachlichen Beeinträchtigungen beim Verstehen, Sprechen, Lesen und Schreiben möglichst weitgehend zu reduzieren; gleichzeitig sollen die Patienten lernen, erhaltene Fähigkeiten (wie z.B. "etwas aufzeichnen" oder pantomimische Darstellungen) für die Kommunikation effektiver zu nutzen.

Dysarthrie

Dysarthrien sind Sprechstörungen, die im Kindes- und Erwachsenenalter als Folge einer Schädigung des Gehirns auftreten. Die Ursachen können vielfältig sein: Schlaganfälle, Schädelverletzungen nach Unfällen, frühkindliche Hirnschädigungen, Erkrankungen des Nervensystems wie Parkinson oder Multiple Sklerose u.s.w. Diese Sprechstörungen beeinträchtigen die Bewegungen der Sprechorgane: Atmung, Stimmgebung und Artikulation. Die Störungen können vielfältig sein. Den Betroffenen fällt es schwer die Bewegungen zu kontrollieren. Das Sprechen ist anstrengend, mühsam, verlangsamt oder zu schnell, zu leise oder zu laut. Die Stimme klingt heiser, gepresst oder rauh. Die einzelnen Laute klingen verwaschen und unpräzise. Die Betroffenen werden häufig von ihrer Umwelt nicht verstanden oder ihr Sprechen als besonders auffällig erlebt. Die Schwere der Störungen ist sehr unterschiedlich. Nach einer Hirnschädigung ist eine vollständige Wiederherstellung der Funktionen in der Regel nicht erreichbar. Die Logopädische Therapie versucht zu Beginn den Umgang mit den Störungen zu verbessern. Das kann z.B. das Erlernen einer Sprechtechnik, die Beratung der Angehörigen oder die Versorgung mit einer elektronischen Kommunikationshilfe bedeuten. So schnell wie möglich soll der Betroffene sich wieder verständlich mitteilen können. Daneben versucht die Therapie durch eine Stimulations- und Übungsbehandlung die Bewegungsfähigkeiten zu verbessern oder zu stabilisieren. Anhaltende Fortschritte sind aber nur über eine längerfristige Therapie zu erreichen. Die Therapie kann in Einzel- oder Gruppentherapie erfolgen.

Näseln

Den veränderten Sprechklang bei einem Schnupfen hat jeder schon einmal bei sich oder anderen wahrgenommen. Das Sprechen klingt insgesamt auffällig dumpf und die Laute /m/, /n/ und /n/ können nicht klingen. Die Nasenräume können hierbei nicht ausreichend am Klang beteiligt werden. Meistens sind es organische Ursachen wie zu große Rachenmandeln oder allergische Schleimhautschwellungen, die zu so einem geschlossenen Näseln führen. Die Behandlung solcher Erkrankungen gehört in die Hände des HNO-Arztes. Nur selten ist eine logopädische Übungsbehandlung notwendig. Das genaue Gegenteil führt zu einem nicht weniger auffälligen Sprechklang. Wenn die Atemluft zum Sprechen der oralen Konsonanten nicht im Mund ankommt, sondern durch die Nase fließt, können diese nicht präzise gebildet werden. Die Artikulation klingt verwaschen und dumpf. Die Vokale klingen mit zu viel Beteiligung der Nasenräume. Die Ursachen solcher offenen Näselformen können in angeborenen Störungen des Gaumensegels (z.B. eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte), in Lähmungen oder falschem Gebrauch begründet sein. In enger Zusammenarbeit mit HNO-Ärzten, Phoniatern und Neurologen kann eine logopädische Übungstherapie den Sprechklang verbessern helfen.

Schluckstörungen

Verschlucken, Husten, Atemnot: Anzeichen einer schweren Schluckstörung, die für die Betroffenen mit lebensbedrohlichen Komplikationen, wie anschließender Lungenentzündung, einhergehen können. Schlucken ist eine lebensnotwendige Funktion, deren Störung all zu häufig übersehen wird. Das Schlucken kann durch Schäden an den Organen des Mund- Rachenraumes (Zunge, Kiefer, Gaumensegel, Kehlkopf) und des oberen Verdauungstraktes (Speiseröhre) oder durch Schäden des Nervensystems verursacht werden. Durch eine Stimulation- und Übungstherapie kann das Schlucken wieder sicherer und gefahrloser werden.

Spracherwerbsstörungen

Haben Sie Folgendes bei Ihrem Kind beobachtet ?

- ihr Kind versteht Sie nicht immer
- es spricht nur wenig
- es kann sich nur schwer neue Wörter merken
- es spricht wenig Sätze oder verdreht diese
- es spricht sehr undeutlich

Fragen Sie sich, was es bedeutet, dass Ihr Kind nichts vom Kindergarten erzählt, immer und immer wieder die gleichen Fehler macht und Ihre Unterstützung nicht zu einem besseren Sprechen führt? Sie fragen sich: Wird mein Kind plötzlich zu sprechen anfangen? Bin ich überängstlich oder soll ich mich mit meinen Sorgen beraten lassen, mir Hilfe holen ? Für diese Fragestellung sind neben dem Facharzt auch Logopäden /innen die richtigen Ansprechpartner ! Kinder mit einer Spracherwerbsstörung haben Probleme, die in Ausmaß, Ausprägung und Auffälligkeit sehr unterschiedlich sein können. Deshalb steht am Anfang der Therapie eine ausführliche Diagnostik. Hier wird abgeklärt, mit welchen Themen sich die Therapie befassen muss

- dem Verstehen von Sprache
- der Satzbildung
- der Erweiterung des Wortschatzes
- der Aussprache / Lautbildung
- dem Redefluss
- der Förderung der Voraussetzungen für die Sprachentwicklung.

Neuere Forschungsrichtungen und Therapieansätze ermöglichen es, bereits ab einem Alter von ungefähr 2 Jahren Entwicklungsblockaden zu erkennen und eine gezielte Förderung zu beginnen. Das Kind lernt im Spiel sein Gegenüber zu verstehen und Sprache entsprechend seiner Möglichkeiten zu benutzen. Mit einem frühzeitigen Therapiebeginn kann das Ausmaß der Folgeprobleme häufig verringert werden. Gezielte Hilfestellung durch die Logopäden/in ermöglicht einerseits, dass die Sprachentwicklung in Gang kommt, zum anderen, dass die eingeschränkten sprachlichen Fähigkeiten des Kindes erweitert und evtl. korrigiert werden. Bei den jüngeren Kindern steht die Förderung der nötigen Vorraussetzungen der Sprachentwicklung im Vordergrund. Neben der Arbeit mit dem Kind erhalten die Eltern gezielte Unterstützung, wie sie die Sprachentwicklung ihres Kindes positiv beeinflussen können. Inhalte der logopädischen Therapie im Vorschulalter könnten sein: Förderung von Sprachverständnis, Aufmerksamkeit, Wortschatz und Grammatik oder auch die Behandlung von Lautbildungsfehlern und Sprechunflüssigkeiten. Die Methoden der logopädischen Therapie reichen von gezielter Vermittlung einzelner Aspekte der Sprache bis hin zu eher natürlichen, am Kind orientierten Interventionen, wie z.B. spielerisches Umgehen mit Sprache oder das Erleben von Sprache im Zusammenhang mit einer kindgerechten Handlung. Die Therapie bei Kindern ist gekennzeichnet durch eine anregende und motivierende Interaktionssituation, die dem Kind die Möglichkeit gibt, Sprache zu erleben und sich selbst auf jeder Stufe der Entwicklung mit dem Gegenüber zu unterhalten. In Absprache mit den Eltern und dem Arzt findet die Therapie 1 - 3 x pro Woche als Einzeltherapie statt.

Stimmstörungen

wenn es mir die Stimme verschlägt...
wenn mir ein Kloß im Halse steckt...
wenn mein Hals zugeschnürt ist und das Sprechen anstrengend ist...
...dann können das Hinweise auf eine Stimmstörung, auf eine kranke Stimme sein.

Eine kranke Stimme ist vor allem daran erkennbar, dass sie in ihrer Belastungsfähigkeit eingeschränkt ist. Das äußert sich darin, dass die Stimme kontinuierlich oder nach einer gewissen Sprechdauer heiser und rauh ist, kratzt oder ganz versagt. Sprechen gelingt dann nicht mehr so mühelos sondern bedeutet Anstrengung. Oft treten auch Missempfindungen auf, wie z.B. vermehrtes Räuspern, Trockenheit im Hals oder Kloßgefühl. Zu den Ursachen zählen organische Erkrankungen im Kehlkopf, ungünstiger Stimmgebrauch oder auch psychische Faktoren. Empfohlen wird eine Therapie in der Regel zweimal pro Woche über jeweils 45 Minuten. Inhalte sind Stimmübungen und daneben auch Haltungs-, Atmungs-, und Bewegungsübungen. Das Ziel der Therapie ist, die Klangqualität und Belastungsfähigkeit der Stimme zu verbessern oder voll wieder herzustellen. Dadurch sollen auch die Missempfindungen verschwinden.

Stimmrehabilitation bei Zustand nach Laryngektomie

Eine Laryngektomie ist die operative Entfernung des Kehlkopfes v.a. bei Rachen- und Kehlkopfkrebs. Diese lebensrettende medizinische Maßnahme bedeutet für die betroffenen Menschen den Verlust der Stimme. Den Schwerpunkt der anschließenden logopädischen Therapie stellt demzufolge das Erlernen einer Ersatzstimme dar. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Welche dieser Möglichkeiten für einen kehlkopflosen Menschen in Frage kommt, hängt nicht zuletzt von Art und Ausmaß der Operation ab. Diese Frage kann deshalb am besten individuell mit dem Patient, Arzt und Logopäden geklärt werden. Sobald nach der Operation oder Bestrahlung die körperliche Belastbarkeit einigermaßen wiederhergestellt ist, kann und sollte die logopädische Therapie beginnen. Die Therapie findet in der Regel 1 - 2 x pro Woche statt.

Stottern

"Ich stotter, 'na und?" - Sicher für die meisten Stotternden eher Wunschdenken als Realität. Denn nicht die sogennanten Primärsymptome wie Blockierungen, Dehnungen und W-W-W- Wiederholungen im Sprechfluss sind das Unangenehme am Stottern, sondern das eigentliche Problem ist wie sich der einzelne Betroffene damit fühlt, wie er sich und seine Sprechweise beurteilt und wie er damit umgeht. Der Wunsch etwas sagen zu wollen und nicht zu können, das Gefühl des eigenen Versagens und negative Umweltreaktionen wie Ablehnung, Spott oder Mitleid, führen bei vielen Stotternden dazu, dass ihr Stottern mit Gefühlen der Peinlichkeit und Angst verbunden ist. Daraus resultieren häufig sekundäre Symptome, die verbal (sprachlich) (z.B. "ähm", "also") und non-verbal (nicht-sprachlicher) (z.B. Mitbewegungen, Verspannungen der Gesichtsmuskulatur) sein können. Diese Sekundärsymptome dienen in der Regel dem Vermeiden und Kaschieren des Stotterns. Das Vermeideverhalten kann so weit gehen, dass das Sprechen ganz vermieden wird bzw. Sprechsituationen nicht mehr aufgesucht werden (z.B. Einkauf aus dem Regal im Supermarkt statt an der Theke, nicht ans Telefon gehen etc.). Wie sich die gesamte Symptomatik bei den Einzelnen stotternden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen darstellt, ist individuell sehr unterschiedlich.

Logopädische Stottertherapie

Zum einen gilt es, Methoden zu erlernen, die die Stottersymptomatik beeinflussen, d.h. Stärke und Ausmaß der Symptomatik können bis zu einer gewissen, individuellen Grenze verringert oder durch eine veränderte Sprechweise überlagert werden. Wichtig ist es, diese Hilfen auch in den Alltag zu übertragen. Der andere wichtige Bereich ist die intensive Auseinandersetzung mit dem Stottern und den damit zusammenhängenden Gedanken und Gefühlen. Ziel sollte sein, die mit dem Stottern verbundenen negativen Gedanken und Gefühle zu verändern.Im Kindesalter sollte ein Schwerpunkt der Therapie sein, dem negativen Entwicklungsprozess, der häufig mit dem Stottern verbunden ist, entgegenzuwirken. In der Regel gilt (im Kindesalter): je früher die Behandlung einsetzt, desto günstiger ist die Prognose. Die Therapie findet in der Regel 2 x pro Woche als Einzeltherapie statt. Die Dauer einer Therapiestunde beträgt 45 Minuten. Neben der Einzeltherapie gibt es auch Angebote für Gruppen: z.B. Jugendlichen-Gruppe, Elternabende etc..Während der Therapie mit Stotternden werden auch die Bezugspersonen miteinbezogen.

Quelle: www.akademie.uniklinik-ulm.de/ausbildung/logopaedie/logopaedie_therapie.htm